Kleines Monster
Kleines Monster unter meinem Bett
Ich weiss, du hältst dich da versteckt
Zähnefletschend und grauenvoll
Wie mach ich mir die Hose voll!
Kleines Monster, ich fürchte mich
Denn du grunzt so fürchterlich
Und ich träume jede Nacht so schlecht
Findest du das denn gerecht?
Kleines Mädchen auf dem Bett
Auch du hältst dich da versteckt
Was ekelst du dich nur so sehr?
Auch dein Geruch ist kein Odeur
Kleines Mädchen, du lässt mich schaudern
Wie du dich da zusammenkauerst
Dein Quietschen jede Nacht
Hat mich um den Verstand gebracht
Kleines Monster unter meinem Bett
Warum gehst du nicht einfach weg?
Ich lebe hier, das siehst du doch?
Geh zurück in dein schmutziges Loch
Kleines Monster, ich quietsche nicht
Ich träume nur so fürchterlich
Mich fressen willst du bestimmt
Mit lecker Honig und mit Zimt
Kleines Mädchen auf dem Bett
Warum gehst du nicht einfach weg?
Ich wohne hier genau wie du
Und will doch auch nur meine Ruh'
Kleines Mädchen, du hast keinen Geschmack
Menschen fressen, wie ekelhaft!
Mehr fürchte ich, du kratzt mir die Augen aus
Denn deine Krallen sehen echt gefährlich aus
Kleines Monster unter meinem Bett
Wenn ich einen Säbel hätt'
Ich bräuchte nur drei Worte sagen
Und könnte dich aus meinem Zimmer jagen
Kleines Monster, du wärst dran
Kräftig würd' ich dir auf die Fresse hau'n
Kein Schlag würde dich verfehlen
Niemals würdest du wiederkehren
Kleines Mädchen, auf dem Bett
Ich glaube nicht, dass du verstehst
Ich trachte nicht nach deinem Leben
Etwas viel Simpleres kannst du mir geben
Kleines Mädchen, du hast etwas von grossem Wert
Denn du hast ein gutes Herz
Lass mich einmal rein, für einen kurzen Moment
Oder lass es sein, wenn du so denkst
Kleines Monster unter meinem Bett
Das ist aber gar nicht nett
Das Herz ausreissen, willst du mir
Besser doch selbst in den Schwanz dir
Kleines Monster, ich kann nicht schlafen nachts
Stundenlang liege ich noch wach
Mein Herz hast du eingefroren
Mein Herz hast du selbst verloren
Kleines Mädchen auf dem Bett
Auch du bist nicht sehr nett
Dein Herz will ich gewiss nicht haben
Nur seine Liebe und die andern milden Gaben
Kleines Mädchen, würdest du mich nur kennen
Du hättest keine Angst mehr vor mir
Könntest du mir nur etwas Liebe schenken
Ich wäre ja so dankbar dir
Kleines Monster unter meinem Bett
Wieso bist du nicht in deinem eig'nen Bett?
Wo sind deine Eltern, frag ich mich
Sag mir, warum du nicht bei ihnen bist
Kleines Monster unter meinem Bett
Liefst du von zu Hause weg?
Oder wurdest du verbannt
Aus deinem eig'nen Heimatland?
Kleines Mädchen auf dem Bett
Ich war nie von grossem Zweck
Ich lebte doch schon vor dir hier
Nur schaute keiner da nach mir
Kleines Mädchen, verlassen hat man mich
Kaum geschlüpft war ich
Bitte, Kind, lass mich hier bleiben
Und ich werde auch für immer schweigen
Kleines Monster unter meinem Bett
Das hast du mir ja nie erzählt
Wie schrecklich muss es sein
Auf der Welt so ganz allein
Kleines Monster, wir sind beide klein
Wollen wir das nicht gemeinsam sein?
Komm doch rauf, leg dich neben mich
Denn zu zweit fürchten wir uns nicht
Kleines Mädchen auf dem Bett
Das ist wirklich äusserst nett
Gerne sollen wir Freunde sein
Gerne bin ich bei dir daheim
Kleines Mädchen, denk doch mal
Was man gemeinsam machen kann
Spielen und reden wir die ganze Nacht
Bis vergessen ist die grosse Angst
© 2009 by Noemi Harnickell
Kleines Monster - Lesermeinungen
Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Noemi Harnickell hinterlassen.
Hallo Noemi,
leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.
Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.
Freundlicher Gruß,
Christian
Geschrieben am 13.12.2009 um 20:29 Uhr
Ich find das Gedicht sehr originell, phantasievoll und sinnreich!
Geschrieben am 11.12.2009 um 23:08 Uhr
gefällt mir gut
Geschrieben am 01.12.2009 um 10:47 Uhr
Jo ein paar sachen sind mir auch aufgefallen. Reime sind mir eigentlich egal. Aber wenn man reimt sollte der letzte Versein reims ein, finde ich, sonst ist das egal ;)
Eine geniale Idee, der Dialog zwischen monster und Mädchen. Vielleicht ein bißchen zu lang, zu ausgelastet, aber ansonsten sehr schön =)
Wunderbare idee :D
Besonders gut gefällt mir die stelle an der das kleine Mädchen fast empört ist, als das Monster sagt es würde quietschen :D
Geschrieben am 31.10.2009 um 14:22 Uhr
hey, das Gedicht ist dir echt gut gelungen!
auch wenn ich manchmal keinen Reim dabei finde
(was ziemlich egal ist!!!) ist es super gut gelungen
Geschrieben am 20.10.2009 um 12:54 Uhr
super geschrieben!!!
mir gefällt das hin- und her
Geschrieben am 12.10.2009 um 18:51 Uhr
Oh wie süß. Eine wunder wunderschöne Idee.
Da sieht man mal bei welchen IDeen es sich lohnt, die Gedichtform zur Unterstützung der Idee zu verwenden, echt toll kombiniert!
Dieses hin und her ist schön, gefällt mir, auch wenn sich manches etwas wiederholt. Man hätte es ein bisschen kürzen können! Geordneter... Am Anfang Ängstlich, dann voll Hass, dann neugierig,dann lieb. Oder so ;) Aber es ist echt gut.
"Das Herz ausreissen, willst du mir
Besser doch selbst in den Schwanz dir"
Das hat keinen Sinn... ist aber das einzige, was mir aufgefallen ist!
Ein wirklich gelungenes Gedicht!
Geschrieben am 12.10.2009 um 18:24 Uhr
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Teilnehmerdaten
Wettbewerbsjahr
2009
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Kurzbiografie
Mein Name ist Noemi und ich bin sechzehn Jahre alt. Seit Beginn des neuen Schuljahres besuche ich das Gymnasium Hofwil. Davor verbrachte ich ein Jahr an einem College in Neuseeland. In meinem Leben habe ich bereits sieben verschiedene Schulen besucht, und an sechs verschiedenen Orten gelebt. Aber ich liebe mein Leben, weil es so vielfältig ist und mir stets neue Inspirationen gibt. Ich schreibe seit ich denken kann (falls ich das jemals konnte). Denn Schreiben ist das eine Ding, das mir niemand nehmen kann und das nur mir allein gehört. Ich hoffe, ihr alle mögt meinen Text und ich wünsche auch allen anderen TeilnehmerInnen viel Glück!
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