Gedankenversunkene Reise
Das Gras raschelte unter meinen Füßen. Alles war so still. Der Himmel färbte sich langsam blau und Nebel überdeckte das Land wie eine weiße Decke. Vereinzelt ragten ein paar Büsche und Bäume aus dem Weiß. Der Wind strich durch die Äste und das Gras wellte sich wie Wasser.
Ich schritt auf eine weit ausladende Eiche zu und ließ mich dort nieder. Kleine Wölkchen zogen über den nun kristallblauen Himmel. Vereinzelt begannen die Vögel zu singen. In der Eiche hockte eine Amsel und pfiff eine schöne Melodie. Es war noch frisch, aber das störte mich nicht. Ich genoss den Augenblick und atmete die reine Luft tief ein.
Eine Ameise krabbelte über mein Bein. Ich blies sie vorsichtig weg und holte etwas zu essen aus meinem Proviant. Langsam ging die Sonne auf. Sie war blutrot. Währenddessen verblassten die Sterne immer mehr. Nur noch der Mond hielt sich, aber auch sein Licht wurde blasser. Ich gähnte herzhaft, stand aber wieder auf und wanderte weiter.
Der Nebel wich ganz zurück und ich gelangte in einen Wald. Um mich herum breiteten Bäume ihre Kronen aus und verdeckten das Tageslicht. Ich fühlte mich geborgen.
Im Unterholz wuchsen gedrehte Farne und weiches Moos, die meine Schritte dämpften.
Ich erspähte die Spuren eines Wildwechsels und folgte ihm. Die Vögel zwitscherten ihr Konzert. Im Gegensatz zum Morgen klang es jetzt aber schrill und wüst.
Eichhörnchen flitzten durch die Bäume. Unweit von mir raschelte es im Gebüsch und ein Reh beäugte mich misstrauisch. Endlich trat ich auf die Lichtung. Ein See war da! Libellen schwirrten über dem Wasser und Fische flitzten darin herum. Die Frösche sprangen erschrocken hoch und stürzten sich mit einem lauten Platschen in den See.
Ich ließ mich nieder und füllte meine Flasche mit dem klaren Wasser des Baches, der in den See mündete. Dann sah ich mich um. Plötzlich entdeckte ich am anderen Seeufer eine Gestalt. Sie bewegte sich nicht und beobachtete mich. Ich blinzelte. Das Wesen hatte langes holzbraunes Haar, das auf dem Kopf und ein bisschen am Rücken hinunter wuchs. Seine Augen schimmerten ebenfalls in nussholzbrauner Farbe. Er hatte einen breiten, rosafarbenen, sehr muskulösen Körperbau und stand erhaben da. An seinem rechten Arm prangten vier längliche, dünne Narben, die von Krallen stammten. Auch sein Unterkörper war ziemlich durchtrainiert. Er hatte den linken gespaltenen Hinterhuf leicht nach hinten versetzt, um einen festeren Stand zu haben. Sein ganzer Unterkörper war von kurzem, struppigem und haselnussfarbenem Fell bedeckt. Und er hatte breite gespaltene Hufe, die er etwa einen Finger breit gespreizt hatte. Er scharrte mit dem rechten Vorderbein auf der Erde herum und wirkte ungeduldig, indem er seinen kleinen, struppigen Schwanz herumwarf. Dabei senkte er seinen Oberkörper leicht und drohte mit seinem prächtigen, weit verästelten Geweih. Dann schaute er mich verärgert an und winkte hektisch.
Ich blinzelte dreimal und schlug mit meinem Schweif, bevor ich die Geste verstand. Ich war wohl doch etwas in Gedanken gewesen. Sofort machte ich mich auf den Weg zu ihm, trabte vorsichtig um den See herum und sprang über den Bach auf ihn zu. „Was ist los, Papa?“
© 2009 by Lea Schaupp
Gedankenversunkene Reise - Lesermeinungen
Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Lea Schaupp hinterlassen.
Hallo Lea,
leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.
Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.
Freundlicher Gruß,
Christian
Geschrieben am 13.12.2009 um 19:56 Uhr
Naja im großen und ganzen find ich die Geschichte langweilig
Die Umgebung ist unheimlich schön beschrieben und man kann sich die Landschaft sehr schön vorstellen, obwohl es ein wenig zu ausgiebig geschildert
aber es passiert eben einfach nichts!
PS: Was für Wesen sollen die beiden jetzt eigentlich darstellen? Zentauren oder?
Geschrieben am 14.11.2009 um 15:47 Uhr
Jo, was willste uns damit sagen?
An sich gut geschrieben, aber bildarm, man hat mühe es sich vorzustellen. als du erwähnst wie die Vögel nicht mehr so schöns ingen wie am Morgen, hatte ich bereits vergessen wie sie am morgen gesungen hatten, d.h. es bleibt nicht viel im Gedächtniss des lesers hängen,w as schlecht ist ;)
Dann ist das ende zwar überraschend, aber auf eine negative art. Es bringt uns in keinster weise zu wissen dass das sein vater ist und unrealistisch dass er ihn erst beschreibt ohne scheinbar zu erkennen dass es sein vater ist ;)
Geschrieben am 31.10.2009 um 00:59 Uhr
Ich finde deine Naturbeschreibungen schön, aber sie sind so aufgelistet. Entweder solltest du Gedanken mit ihnen verbinden (Erinnerungen, Assoziationen...), die den Leser zum selber denken anregen, oder aber verschachteltere Sätze machen und die Natur klarer vom Geschehen trennen - so hat man beim Lesen das Gefühl, nichts passiert.
Trotzdem, was du beschreibst ist sehr ausführlich, abwechslungsreich und kreativ!
Die Beschreibung des "Wesens" allerdings ist verwirrend, man fragt sich "kommt nun Fantasy, was soll das?"... und das Ende, nun, es ist sehr überraschend, aber eher unpassend, finde ich.
Geschrieben am 13.10.2009 um 22:22 Uhr
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2009
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Kurzbiografie
Hi,
ich bin hier das erste Mal dabei
schreibe aber gerne und habe auch'n paar Geschichtenideen,
bin 14 und auf'm Gymi
lest doch mal meine Geschichte
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