Aus Liebe zum roten Handschuh

Romantik? Gänsehaut-Feeling? Tränen der Freude? Liebe? Bist du ein Fan all dieser Dinge? Liebst du es, eine Geschichte zu lesen, bei der du alles um dich herum vergessen kannst? Eine Geschichte, bei der du gleichzeitig weinen und lachen musst? Eine Geschichte, die dich in eine andere Welt verführt? Eine Welt, in der das Glück noch Zuhause ist? Eine Welt, in der es die wahre Liebe noch gibt? Wenn du, während du die letzten Zeilen gelesen hast, immer wieder genickt hast, dann bist du hier genau richtig. Denn zufälliger Weise bin ich eine Person, die es liebt genau solche Geschichten zu erzählen. Lass dich von mir entführen, in eine Welt, in der man es nicht verlernt hat, seinem Herzen zu folgen. Gib mir deine Hand. Lass dir für einen Moment den Boden unter den Füßen wegziehen und tauche ein mit mir in eine Geschichte über eine wunderschöne Liebe, ja über eine Liebe, denn es gibt sie wirklich, wenn du es zulässt. So nehme meine Hand und lasse dich mitreißen.

Es hatte alles an einem Nachmittag im Dezember begonnen. Es wäre ein Nachmittag wie jeder andere gewesen und Jack hätte ihn auch längst vergessen, wenn, ja wenn sie nicht aufgetaucht wäre. Doch so wusste er noch heute, genau zwei Jahre später, dass der 4. Dezember 2007 sein Leben verändert hatte. Und die Person, die er an jenem Tag vor zwei Jahren getroffen hatte, war der Grund dafür, dass er heute hier in der Kälte, es waren -4 Grad und es schneite, wie seit Jahren nicht mehr, stand und auf seine Uhr starrte. Jack wurde langsam ungeduldig, was nicht zuletzt daran zu sehen war, dass er von einem Bein auf das andere hüpfte. Das tat er immer, wenn er ungeduldig war, so auch heute. „Jetzt kann sie aber auch mal kommen“, murmelte er vor sich hin. Er wartete bestimmt schon eine viertel Stunde und sie kam und kam nicht. Heute war ihr zweiter Jahrestag. Jack hatte sich für diesen Anlass etwas ganz Besonderes ausgedacht und brannte darauf, sie damit zu überraschen. Oh, wenn sie doch nun endlich kommen würde! Sie würde doch nicht diesen Tag vergessen haben? Nein, dass konnte Jack sich nicht vorstellen. Es war schließlich der 4. Dezember!
Vor zwei Jahren hatte das Schicksal begonnen, seine Spielchen mit ihnen zu spielen. Jack erinnerte sich nur zu gerne an diesen Tag. Ihr erwartet jetzt sicherlich eine atemberaubende erste Begegnung voller Spannung, Missgeschicken und Ereignissen. Eine Begegnung, die man sich noch Jahre später immer wieder erzählen wird, weil sie so unglaublich romantisch und kitschig war. Jack war genau dieser Ansicht. Doch von Außenstehenden wurde seine Meinung nur teilweise bestätigt. Für ihn war sie etwas Besonderes, etwas Vollkommendes. Diese erste Begegnung. Denn es war eine Begegnung mit ihr, mit der Frau, die er liebte. Eine Begegnung mit Isabella.
Ein Zufall hatte sie zusammengeführt. Oder war es Schicksal? Wenn er Isabella fragte, dann das Letztere. Sie war eine hoffnungslose Romantikerin. Zufälle gab es bei ihr nicht. Ihrer Meinung nach, waren sie füreinander bestimmt. Auch Jack konnte sich mit diesem Gedanken anfreunden, sogar sehr gut. Er fragte sich oft, was passiert wäre, wenn er an diesem Tag nicht in der Stadt gewesen wäre, um das Weihnachtsgeschenk für Clara, seiner Schwester, zu besorgen. Was wäre gewesen, wenn er nicht diese roten Handschuhe im Schaufenster gesehen hätte, die sich Clara so gewünscht hatte und eigentlich überall ausverkauft waren? Er wäre nicht in das Geschäft gegangen. Er hätte Isabella nie getroffen. Wie gut, dass es das Schicksal gut mit ihm gemeint hatte. Jack hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, etwas Passendes für Clara zu finden. Als der dann plötzlich die Handschuhe in dem Schaufenster gesehen hatte, war er sofort in den Laden gestürmt. Er lief, nein, er rannte fast durch die Kleiderständer. Wo waren denn jetzt diese verdammten Handschuhe? Jack drehte sich im Kreis, schaute in alle Richtungen. Plötzlich entdeckte er der Tisch, wo sie einem Schild zufolge liegen sollten. Doch dieser war leer. Jack stöhnte. Das war wohl nichts, dachte er und ging Richtung Ausgang. Plötzlich sah er sie. Eine Puppe hatte die Handschuhe an. Es war das letzte Paar.
Ist es nicht schon fast vorhersehbar, wie es weiter geht? Natürlich ist es das! Und trotzdem wartest du doch darauf, dass ich es bestätige, oder? Oder nicht? Komm, gib es zu. Ich will es auch gar nicht lang herauszögern:
Jack rannte los, den Blick auf die roten Handschuhe gerichtet. Er kam ihnen immer näher. Er streckte die Hand raus, wollte nach ihnen greifen und – sah, wie sie ihm vor der Nase weggeschnappt wurden. Eine rundliche Frau, eingebettet in einen roten Mantel, hielt die Handschuhe fest in den Händen und stolzierte damit zur Kasse. „So ein…“, fluchte Jack, wollte den Satz aber lieber nicht beenden. „Mist!“, hörte er eine Stimme neben sich. Er drehte sich um. Vor ihm stand eine Frau, die ihn sofort faszinierte. Warum genau, konnte er in diesem Moment nicht sagen. War es ihr Lächeln? Ihre durchdringenden Augen? Der Klang der Stimme, als sie ihn fragte: „Ich nehme an, sie waren auch hinter den Handschuhen her?“? Er wusste es nicht. Vielleicht war es auch alles zusammen. Er wusste nur, dass sie ihn faszinierte. Schon alleine die Gänsehaut und das Kribbeln, dass sich in seinem ganzen Körper ausbreitete, zeigte ihm das. „Sag was!“, dachte Jack“, antworte!“ Doch er nickte nur benommen und sie lächelte abermals. Dieses Lächeln! Es brachte ihn wieder aus der Fassung. Es dauerte einige Sekunden, bis er sich wieder gefasst hatte. Räuspernd meinte er endlich: „Meine Schwester wünscht sich genau diese. Ich finde sie sonst nirgendwo. Gerade dachte ich, die Suche habe ein Ende…“ Die Frau nickte zustimmend. „Das geht mir genau so.“ Jack schaute sie an, nicht wissend, was er darauf sagen sollte. Auch sie wusste nicht recht, wie sie sich verhalten sollte. Eine typische Situation, nicht? Sie passiert eben nicht nur im echten Leben. Es ist nicht immer so, dass einem auf Anhieb die passende, witzige, lockere, coole Antwort einfällt. Jack ging es nicht anders. Er konnte die Frau nur anstarren. Sie war so faszinierend. Er durfte sie nicht gehen lassen. Er musste etwas sagen. „Naja…“, begann er wieder. Die Frau schaute ihn freundlich an, „wir… könnten ja noch in den anderen Geschäften nachschauen.“ Die Unsicherheit in seiner Stimme war deutlich zu hören. Doch sie schien es nicht zu bemerken. Die Frau nickte kräftig. „Gerne“, sagte sie lächelnd. Auch Jack lächelte und machte eine Handbewegung nach vorne. „Nach Ihnen, ehm…“ „Isabella“, kam sie ihm zur Hilfe, „ich heiße Isabella.“
Ich hatte es ja schon erwähnt: Es war keine spektakuläre erste Begegnung, nicht für einen Außenstehenden. Doch für Jack und Isabella war sie perfekt. Die roten Handschuhe, hinter denen sie gerade noch so her waren, waren beiden gleichgültig geworden. Und trotzdem suchten sie zusammen nach ihnen in den umliegenden Geschäften. Sie taten es, um einen Vorwand zu haben, in der Nähe des anderen zu sein. Denn auch Isabella war sofort fasziniert von Jack gewesen. Ich denke, so etwas nennt man Liebe auf den ersten Blick. Sie hatten nur Augen für den anderen. Nach kurzer Zeit unterhielten sie sich prächtig, lachten und konnten die Augen nicht von dem anderen abwenden. Sie bemerkten nicht einmal, dass sie an zwei Schaufenstern vorbei gingen, in denen diese Handschuhe hingen. Es war nicht wichtig. Wichtig allein waren sie. Am gleichen Abend verliebten sie sich ineinander, unwiderruflich, unzertrennlich, für immer.
Jack stand noch immer in der Kälte. Langsam breitete sich Ärger in ihm aus. „Wenn Isabella gleich nicht kommen wird…“, dachte er, „dann …“ Er dachte den Gedanken nicht zu Ende. Denn im selben Moment sah er in der Ferne einen roten Handschuh winken. Ja, das war Isabella. Sie trug die Handschuhe, die Jack ihr vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt hatte. Die Handschuhe, durch die sie sich kennen gelernt hatten und sie für immer verbinden würde.
Isabella kam auf Jack zu gerannt und schmiss sich ihm in die Arme. „Es tut mir leid, dass ich so spät bin. Es war, weil…“ Jack hinderte sie am weiter sprechen, indem er sie küsste. Was spielte der Grund für eine Rolle. Sie war bei ihm! Er nahm ihre Hand und rannte los. Isabella lachte und stolperte hinter ihm her. „Wo willst du hin?“, rief sie durch den Schnee. Doch Jack antwortete nicht, führte sie immer weiter, bis sie an einen See kamen, der mitten in der Stadt lag. Dort blieb er stehen, nahm Isabella in den Arm und blickte auf das Wasser. Isabella folgte seinem Blick und konnte nicht fassen was sie sah. Hörbar zog sie die Luft ein. Unglaublich, dachte sie und fragte sich mal wieder, wie sie es verdient hatte, jemanden wie Jack zu treffen. Mitten auf dem See lag ein Boot, oder besser gesagt eine Jacht. Durch die Fenster dieser sah man Kerzen, hunderte von Kerzen. Sie standen überall. Es war ein atemberaubender Anblick. Jack zog Isabella leicht zu einem Steg, an dem ein kleines Boot wartete. Er half ihr hinein und fing an zu rudern.
Langsam entfernte sich das kleine Boot vom Ufer und steuerte auf die Jacht zu.
Dieser Abend gehörte ganz alleine Isabella und Jack.

© 2009 by Nadine, Schade

Aus Liebe zum roten Handschuh - Lesermeinungen

Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Nadine, Schade hinterlassen.

orimderblaue Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Hallo Nadine,

leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.

Freundlicher Gruß,
Christian

Geschrieben am 13.12.2009 um 18:58 Uhr

Diana Schierreich Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Ich möchte dich nicht beleidigen, aber ich bin ein Mensch, der gleich sagt, was er denkt. Mir ging im ersten Moment, als ich deine ersten zeilen las, ein Gedanke im Kopf herum: Was für eine Angeberin. =) Ich denke, dass du das nicht bist, aber was du geschrieben hast, klingt ein wenig selbstverliebt. ^^ Selbstvertrauen ist gut, passt aber nicht in eine Kurzgeschichte.

Die Geschichte selbst ist mir zu langweilig, zu allgemein, total abgeflacht und oberflächlich. Die Idee mit den Handschuhe fand ich super! Aber wieso hast du sie nicht anders weitergesponnen und umgesetzt? Deine Überschrift verspricht viel, ich freute mich auf deine Erzählung, aber da kam einfach nichts. Sorry. Die Überschrift passt dann auch einfach nicht zum Text. Wirklich, die Geschichte hat mich nicht umgerissen und ich konnte mich auch nicht wirklich auf sie konzentrieren.

Bitte nimm mir diese scharfe Kritik nicht übel! Ich meine es nicht böse, ich möchte dir nur sagen, was ich gedacht habe. Du kannst sicher toll schreiben, du musst nur dein Vorgehen etwas verändern. Mehr Gefühle einbringen, deine Gedanken, realität oder auch Fantasie. Okay?

LG,Diana

Geschrieben am 15.11.2009 um 20:01 Uhr

Faraday Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Inhaltlich ist ja nicht viel los, nichts Innovatives jedenfalls, allerdings macht die Umsetzung das wieder wett.
Deine Erzählart ist erfrischend, ehrlich, offen.
Macht Spaß zu lesen.
Nur den Schluss fand ich dann doch zu sehr verkitscht und unrealistisch...

Geschrieben am 02.11.2009 um 21:21 Uhr

janis Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Der Stil eines aussehnstehenden Erzählers der ab und zu Kommentare in der geschichte hinterlässt ist immer ein burner, aber nur wenn man ihn auch schön und durchgehend rüberbringt. ich weiß selber wie schwer so was ist und rate darum eher davon ab ;)
Auch st die geschichte irgendwie so gewöhnlich, sehr schön natürlich auch gut geschrieben, aber eben so gewöhnlich.
Kurz, die Idee ist fast schon langweilig und darum nützt es nicht viel schön zu schreiben.

Geschrieben am 30.10.2009 um 16:04 Uhr

Elisabeth Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Ich finde den Inhalt schön. Eben eine Liebsgeschichte. Die Einleitung ist fesselnd geschrieben. Du willst den Leser dazu bringen deine Geschichte zu lesen. Man könnte hier und da natürlich etwas am Inhalt verändern, doch so macht sie auch Spaß zu lesen.

Geschrieben am 30.10.2009 um 10:07 Uhr

Olivia Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Die Einleitung ist toll, aber die Geschichte an sich ist ziemlich gewöhnlich. Trotzdem ist sie niedlich geschrieben und es hat Spaß gemacht, sie zu lesen. Der Titel ist sehr passend und macht neugierig!

Geschrieben am 15.10.2009 um 15:43 Uhr

Julia Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

eine wirklich süße Geschichte =)

Die Erzählweise gefällt mir sehr, allerdings haut einen die Geschichte jetzt nicht wirklich um. Sie ist für meinen Geschmack zu gewöhnlich...aber wirklich süß^^ Die Idee mit dem roten handschuh gefällt mir =)

Geschrieben am 13.10.2009 um 13:51 Uhr

Lara Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Deine Geschichte ist schön geschrieben, ich finde es auch eine super Idee, dass du/der Erzähler die Geschichte kommentiert und eine Einleitung für den Leser macht.
Aber die Einleitung verspricht mehr als der Leser bekommt.
Es gibt so viele Lebesgeschichten, und weitaus romantischere, perfektere.
Trotzdem mag ich die Idee mit den Handschuhen (:

Geschrieben am 12.10.2009 um 17:56 Uhr

Aus Liebe zum roten Handschuh - Meinung schreiben

Nadine, Schade freut sich über jeden Kommentar. Bitte habe Verständnis dafür, dass wir deinen Kommentar und deine Bewertung vor Freischaltung zunächst prüfen.

Ich möchte nur kommentieren.

Teilnehmerdaten

Name

Nadine, Schade (17)

Wettbewerbsjahr

2009

Platzierung

Die Leser wählten diesen Beitrag auf den Platz 35.

Kurzbiografie

Ich heiße Nadine Schade, bin 17 Jahre jung und komme aus Niedersachsen, Leer. Leer liegt in Ostfriesland, aber bitte keine Vorurteile, ja?! Wir sind gar nicht so dumm hier ;) Aber erstmal weiteres zu meiner Biografie: Ich bin in der 11. Klasse auf dem Teletta-Groß-Gymnasium und somit in dem berühmten Jahrgang, der nach 12 Jahren Abi macht. Ich habe einen kleinen Bruder und einen Hund namens Rudi. In meiner Freizeit spiele ich unglaublich gerne Badminton, dreimal die Woche seid ca. 7 Jahren. Außerdem fotografiere ich gerne und vor allen Dingen liebe ich es zu lesen und ganz besonders zu schreiben. Wenn die Kreativität über mich kommt, bin ich nicht zu stoppen ;) Da ich eigentlich gar keine Ahnung habe was in eine Biografie kommt, hör ich nun mal besser auf, bevor ich noch mehr unwichtiges Zeugs schreibe!

Teile diesen Beitrag!

Gefällt dir dieser Beitrag?