Die Fünf Weißen Federn und die Werwölfe

Gelangweilt saßen wir im Clubhaus. Alex, Juli und Mareike diskutierten darüber, wie man Vampire noch toter töten kann. Ein nicht sehr interessantes Gespräch, da das Wort >Holzpfahl< viel zu oft vorkam. Ich saß über unserer Baumhausleiter, streichelte Sunny und wartete. Zwar wusste ich nicht worauf ich wartete, aber ich wartete. Auf einen Einsatz für die >Fünf weißen Federn< zum Beispiel. Die >Fünf weißen Federn< ist der Name unserer Bande, die Vampire, Werwölfe oder allgemein verwirrte Untote in ihre Schranken weist. Wir arbeiten nicht für die Regierung, da wir nicht älter als 17 sind. Um genau zu sein, sind Alex und Julian 17. Mareike ist genau wie ich 16. Sunny, der Schäferhund-Mischling von Julian und mir, ist 2 Jahre alt. Julian und ich sind Geschwister. Alex und Mareike sind keine Geschwister, aber unsere besten Freunde.
„Morgen ist der erste Schultag.“, sagte Mareike plötzlich und brachte uns somit zum seufzen. „Monster.“, riefen wir aufgebracht. „Sag so etwas bitte nie wieder.“ Wir haben Decknamen. Mareike heißt mit Deckname Monster, Sunny heißt Sunshine, Julian heißt Juli, Alexander heißt Alex und ich, Karin, heiße Keira. „Schon seltsam.“, bemerkte Alex plötzlich. „Die ganzen Sommerferien lang hatten wir keinen Auftrag.“ „Und alle haben wir mit Sicherheit noch nicht geschnappt.“, vollendete ich den Satz. Juli und Monster nickten zustimmend.
„Mareike!“, hörten wir eine Stimme rufen. „Komm her.“ Monster seufzte erneut auf. „Deine Mum?“, fragte ich und zog meine Augenbrauen hoch. „Ja.“, antwortete sie, umarmte mich schnell zur Verabschiedung und sprang aus dem Baumhaus. Die Leiter brauchten wir nur um hoch zu kommen. Monster wohnte neben uns, genau wie Alex. Mareike wohnt rechts neben uns und Alex links. Wir gehen alle in die selbe Klasse. „Ich muss auch gehen.“, murmelte Alex und sprang Mareike hinterher. Als selbst Sunny vom Baum sprang, taten Julian und ich es ihr nach.
Der Aufprall auf das vertrocknete Gras war hart, aber der Sprung machte immer wieder Spaß. Sunshine bellte freudig und rannte in das Haus. „Juli, ich glaube, so bald wir wieder in der Schule sind, werden wir mehr Aufträge bekommen. Ich meine Aliens, Werwölfe und Vampire wohnen doch unter uns.“ Julian nickte hoffnungsvoll und lief Sunny nach, die winselnd und mit einer Leine im Maul zur Straße ging. „Karin, gehst du mit Sunshine aus?“, fragte er, während er Sunny an die Leine legte. „Ich habe noch etwas zu erledigen.“ „Klar.“, murmelte ich und nahm das Ende der Leine. Hechelnd zog Sunshine an der Leine in die Richtung des Stadtparks. Gedankenverloren lief ich neben ihr her und schaute jeden der Leute genau an, die an uns vorbei liefen.
Plötzlich kam uns ein Herr, ungefähr Mitte 40, dunkles Haar und Dreitagebart entgegen. Ich fand ihn nicht gerade auffällig, aber Sunny fing an zu knurren, als er an uns vorbei ging. Dann rannte sie hinter ihm her und zog an seinem Hosenbein. „Mädchen.“, rief er verärgert. „Nimm deinen Köter von mir weg.“ „Entschuldigung.“, rief ich ihm zu und versuchte Sunshine weg zu ziehen.
Als ich ihn endlich befreit hatte, tat ich so, als sei ich mit Sunny böse. „Wenn du diesen Köter nicht unter Kontrolle hast, solltest du ihn einschläfern.“ „Erstens ist es eine >sie< und zweitens ist sie noch ein Welpe und muss noch viel lernen.“ Ich flunkerte zwar, als ich >Welpe< sagte, aber es war eine Entschuldigung. Er war schon seltsam, er trug weiße Handschuhe, fiel mir jetzt auf. Natürlich entschuldigte ich mich nochmals und ging weiter Richtung Stadtpark, während ich Sunny lobte. Heute hatte ich wirklich viel zu erzählen, beim abendlichen Clubtreff...

„Hallo Monster.“, begrüßte ich meine beste Freundin und bedeutete ihr sofort in den Keller zu gehen. Als Alex auch noch kam, waren wir komplett. Juli eröffnete die Sitzung, während wir Gummibärchen und Cola durch gaben. „Guten Abend, weiße Federn.“, begann er. „Wir fangen mit der üblichen Rubrik an: Wer hat heute etwas Seltsames beobachtet?“ „Ich.“, meldete sich Monster. „Alex hat heute...“ „Etwas, was nicht in dieser Gruppe geschehen ist.“, seufzte Julian. Durch das trübe Licht unserer vier Taschenlampen konnte man sogar im dunklen Keller sehen, wie er seine Augen verdrehte. „Als ich heute mit Sunshine ausgegangen bin.“, meldete ich mich. „Ja, Keira?“, fragten mich meine Gruppenmitglieder aufgeregt. „Ist mir ein seltsamer Mann begegnet.“, sagte ich und erzählte die Story. „Klingt nach einem...“, fing Julian an und stoppte. „Zombie?“, fragte Monster. Ich schüttelte instinktiv den Kopf. „Undefinierbar.“, hustete ich. Stille trat in den Keller ein. „Ich bin dafür, dass wir uns einen Film ansehen und morgen weiter machen.“, meldete sich Alex nach zwei Schweigeminuten. Wir stimmten zu.
Am nächsten Tag verschliefen Julian und ich, also mussten wir uns beeilen. Schnell zogen wir uns an und nahmen beide ein Brötchen mit auf den Schulweg, nachdem wir unsere Schultaschen geschnappt hatten. Alex und Mareike wollten anscheinend gerade bei uns klingeln, als wir durch die Türe kamen.
„Und?“, fragte Monster. „Habt ihr eine Lösung?“ Kopfschüttelnd biss ich von meinem Marmeladenbrot ab. Wir gingen die Hauptstraße schweigend entlang. Plötzlich sah ich etwas Interessantes aus dem Augenwinkel. Der seltsame Mann von gestern rempelte Monster an und lief schnell an uns vorbei. „Was war das denn?“, fragte Juli überrumpelt und half Mareike beim Aufstehen. „Das war der Mann von gestern.“, erklärte ich. „Er hatte aber keine Handschuhe an.“, bemerkte Alex. „Habt ihr das gesehen? Seine Hände waren total haarig.“ Juli, Monster und ich nickten. „Wir sollten ihn beschatten.“, schlug ich vor. „Er sieht aus wie ein Werwolf.“
Mit diesen Worten betraten wir das Schulgebäude und gingen in unsere Bioklasse.
Die Stimmung von den Schülern war im Keller, als unsere Lehrerin hereinkam. Aber sie schlug schlagartig um, als sie erklärte, dass wir einen Film angucken würden. Meine Stimmung schlug nochmals um, als ich sah, wer den Fernseher in die Klasse brachte. „Oh.“, machte Frau Klein. „Kinder, das ist der neue Hausmeister unserer Schule. Herr Langer.“ Ich blickte den Mann mit dem Dreitagebart erschrocken an und schrieb Mareike und Alex einen Zettel, dass wir ihn beschatten würden. Der neue Hausmeister grunzte und verließ den Raum wieder so schnell er konnte... mit weißen Handschuhen!
„Und?“, fragte ich die Gruppenmitglieder. „Wie lange beschatten wir ihn schon?“ „Sechs Stunden inzwischen.“, sagte Alex. „Ich besorge ein Auto.“, sagte ich. „Okay.“, sagte Julian. „Ich habe vorhin verstanden, er will mit seinen Freunden in das Gelände.“ „Okay.“, gab ich zurück. „Dann besorge ich ein richtiges Auto.“
Um 22 Uhr fuhren wir mit einem alten Jeep bis zur Highschool, wo das Auto des Hausmeisters stand. Versteckt auf dem Schülerparkplatz verfolgten wir jede Bewegung des Werwolfs, als dieser in sein Auto stieg. Der alte VW wurde angelassen und rollte über den Pausenhof in Richtung Hauptstraße. „Jetzt.“, flüsterte Julian angespannt. Ich trat mit voller Wucht auf das Gaspedal und verfolgte den VW atemlos.
Nach einer halben Stunde Landstraße bog der Werwolf in eine Autobahn ein. Sein roter VW schlängelte sich zwischen den anderen durch und war schneller, als ich gedacht hatte. Bald hatten wir ihn in dem Verkehr verloren. „Überhole mal ein paar Autos. Er müsste nach meinen Berechnungen ganz vorne fahren.“, murmelte Alex nervös. Ich tat wie mir geheißen und überholte (viel zu schnell) mit dem alten Jeep die restlichen Autos. Da war der rote VW, der von der Autobahn herunter fuhr. Dank meines enormen Tempos hätte ich beinahe die Ausfahrt verpasst. „Spinnst du eigentlich, so schnell zu fahren?“, fragte Monster. „Nein.“, murmelte ich, riss das Lenkrad herum und verursachte bei den anderen somit beinahe einen Herzinfarkt. Der VW fuhr mitten über eine Wiese und blieb stehen. Den Jeep parkte ich hinter einem Stapel Heuballen, mit gutem Blick auf eine Bühne, die dort aufgestellt war. Viele Autos parkten hinter dem roten VW. Langsam kurbelte ich das Fenster herunter und die kühle Nachtluft beruhigte mich.
Plötzlich ging der Hausmeister auf die Bühne. Knapp hundert Leute standen aufgeregt vor der Bühne und redeten leise miteinander. Plötzlich nahm der Hausmeister das Mikrophon und fing an zu reden: „Sehr geehrte Brüder und Schwestern. Ich habe euch heute einberufen, um uns die Möglichkeit zu geben, die Weltherrschaft an uns zu reißen. Viel zu lange werden wir schon gejagt. Getötet und verlacht. Viele von uns leben kultiviert unter den Menschen. Aber können wir so weiter leben?“ Ich nahm mein Handy und wählte die Nummer der Polizei. Julius (ein junger Polizist) meldete sich. „Hi Julius.“, begrüßte ich ihn hektisch. Schnell gab ich die Wegbeschreibung vor und hoffte, dass er das nicht für einen Scherz hielt. Aber anstatt ein: „Du bist verrückt.“ zu hören, sagte er: „Klar, ich bin gleich bei euch.“ Dann gab ich Juli mein Handy, tauschte mit ihm den Platz und stieg leise aus. Dann kletterte ich vorsichtig auf den mindestens 4 m hohen Stapel voll Heuballen und legte mich auf die oberste Schicht. Nervös sah ich auf die Uhr. 0 Uhr. „Die Wende ist nahe.“, schrie der Hausmeister und verwandelte sich schreiend in ein hässliches, haariges Wesen. Ich schrie laut auf. „Ein Eindringling. Schnappt sie euch.“, rief der Anführer.
Plötzlich wurde ich von dem Stapel runter gezogen und kalte Tatzen berührten mich am ganzen Körper. Die Werwölfe wollten mich gerade eben verzehren, als Julius und sämtliche Spezialeinheiten der Polizei auf die Werwölfe zielten und sogar trafen. Allerdings fiel ein anscheinend mehrere Zentner schwerer Werwolf auf mein Fuß. Das tat höllisch weh. Vor Schmerzen wurde ich ohnmächtig.
Als ich wieder aufwachte, lag ich in meinem Bett und bekam von Mareike, Alex und Juli alles haargenau erzählt, was passiert ist. Mein Fuß ist dank des Werwolfes gebrochen, aber mir geht es schon besser. Hat sich doch gelohnt, oder? Ich habe fünf Orden und drei Urkunden für meine tapfere Tat bekommen und den Jeep auch.

© 2009 by Katrin Roth

Die Fünf Weißen Federn und die Werwölfe - Lesermeinungen

Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Katrin Roth hinterlassen.

orimderblaue Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Hallo Katrin,

leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.

Freundlicher Gruß,
Christian

Geschrieben am 13.12.2009 um 19:21 Uhr

janis Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

USA? Egal:
Also ersteinmal dafür dass sie 16 und 17 Jahre alt sind, klingt die Geschichte schon noch kindlich, eben wie von einer zwölfjährigen geschrieben. ;)
Du kannst zwar schreiben dass sie 16 und 17 sind, aber es sind einfach nicht die gedanken und die Sprache von 16 und 17-jährigen ;)
dann ist es eine seltsame idee, Werwölfe die die Weltherrschaft an sich reißen wollen ;)

Nun ja davon abgesehen, war es ganz gut geschrieben, wenn auch an manchen Stellen zu unrealistisch: was erzählt sie dem Polizisten, dass der einen ganzen trupp Spezialkommandos schickt? Auch die übergänge sind zu abrupt, z.B. : Sie schreit auf und sofort (als hätte er es schon erwartet) reagiert der werwolf ;)

Aber ansonsten ganz schön.

unsere Werbeaktion scheint Wirkung zu haben. Auf welche Schule gehst du denn Katrin? Ich bin aufm Pg, stufe 11, und komm ebenfalls aus der Nähe von biberach :D
Find ich cool ;)

Geschrieben am 30.10.2009 um 19:21 Uhr

Lara Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Das ist eine sehr süße Idee für eine Kindergeschichte und einmal mit Vampieren bzw. Werwölfen, ohne an Bis(s) angelehnt zu sein.
Es fehlt aber die Strucktur in deinem Schreibstil. Alles geht drunter und drüber, du müsstest mehr ordnen, klare Absätze bei Zeitsprüngen machen und und und.
Die Namen fand ich etwas verwirrend. Was bringen einem Decknamen, wenn sie so ähnlich klingen wie die echten?

Was mich überrascht hat war, dass die Geschichte plötzlich in den USA spielte. Auf einmal konnten die 17 jährigen Auto fahren, sehr irritierend... aber nicht schlimm.

Das Ende war auch sehr aprupt. Ein Happy End ist ja schön und gut, aber 5 Orden und 3 Urkunden sind doch etwas übertrieben oder?

Der Biss an der Geschichte fehlt mir.
Als der Werwolf auf der Bühne anfängt zu reden dachte ich kurz nun sagt er, er wäre doch auch nur ein "Mensch" und wäre zivilisiert und wieso würden denn die Menschen gegen sie vorgehen, sie könnten doch nichts dafür, zu sein wie sie sind.
Das wäre gut gewesen, da hätten die Jäger was zu denken gehabt.
Aber dann waren sie doch wieder böse, das fand ich schade.

Geschrieben am 25.10.2009 um 20:23 Uhr

Lydia Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Nun ja.
Dein Ende ist ein bisschen plötzlich und die ganze Handlung zu genau, also eins passiert gleich nach dem anderem und die Personen wissen immer gleich das richtige.
is bei mir wahrscheinlich auch....
und ganz am Anfang konnte ich mit den Namen nicht sehr viel anfangen, du hast es aber auch erklärt.
Nur frage ich mich, ob es wirklich so gut ist, von einem Baumhaus im Baum runterzuspringen... und vor allem ein Hund?

Geschrieben am 14.10.2009 um 17:56 Uhr

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Teilnehmerdaten

Name

Katrin Roth (12)

Wettbewerbsjahr

2009

Platzierung

Die Leser wählten diesen Beitrag auf den Platz 31.

Kurzbiografie

Ich heiße Katrin, bin 12 Jahre alt und wohne mit einem Bruder und meinen Eltern in einem kleinen Dorf in
der Nähe von Biberach an der Riss. In Biberach gehe ich in die 8. Klasse eines Gymnasiums. Sobald ich
schreiben konnte, dachteich mir mit meinem älteren Bruder Geschichten aus, die wir dann aufschrieben.
Inzwischen habe ich mehrere Kurzgeschichten, Gedichte und einen Roman verfasst, diese aber noch nicht
veröffentlicht.

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