Der Sinn des Lebens

Weißt du, wie es ist
Durch die Wüste zu geh’n?
Ohne Ziel, ohne Weg,
Einfach dazusteh’n?
Gefangen zu sein
im Labyrinth des Lebens
Ohne Anfang, ohne Ende
Soll man leben um zu sterben?

Sooft frag’ ich mich,
Was ist der Sinn des Lebens?
Ich such’ Stunden, Tage, Wochen,
Doch ich suche vergebens
Ich liege hier,
Hellwach schon seit Stunden
Oder sind es nur Sekunden?
Hab’ kein Zeitgefühl
und keinen Atem mehr
Die Luft ist so erdrückend,
fühl mich so schwer
Mein Körper ist schwach
und doch angespannt
Hab’ kein Gefühl in den Beinen
Sonst wär’ ich weggerannt
Was würde passieren,
Wenn die Menschen nicht weitergeh’n?
Wenn man früh aufwacht,
Ohne aufzusteh’n?

Ich will jetzt wissen,
Was der Sinn des Lebens ist
Ist es das Existieren in einer Ablauffrist?
Ist man einfach da,
Einer von vielen?
Unter Tausenden von Menschen,
Die sich jeden Tag bekriegen?
Einer unter Tausenden,
Die sich sinnlos bombardieren
Unter mehreren Millionen,
Die die Auswirkungen spüren
Im Krieg sind alle Soldaten gleich
Bewaffnet ist man schließlich
Weder arm noch reich
Leben und leben lassen
So lautet die Devise
Töte um zu leben
Ist im Krieg Alternative
Ein Leben kann sich ändern
Durch nur einem Schuss
Wenn ein Freund im Sterben liegt,
Und man weiter kämpfen muss

Sooft hört man,
Von Kindern, die Kriminelle werden
Gewaltvideos drehen
Oder bei Amokläufen sterben
Von Umweltkatastrophen
Und Attentaten
Von Kindesmissbrauch
Und Todesraten
Von Gewaltübergriffen
Auf Straßenbahnpassanten
Von Flugzeugentführern
Die keine Menschlichkeit empfanden
Nur über eines gibt es keinen Bericht
Nämlich über einen Tag
An dem nichts vorgefallen ist
Ich warte auf den Tag,
Der uns zum Umkehren bringt
Der uns die Augen öffnen wird
Und zum Nachdenken zwingt
Ein Tag, der uns zeigt
Was die Zukunft bestimmt
Wenn wir die Meere verseuchen
Bis kein Fisch mehr darin schwimmt
Wenn wir den Regenwald roden
Ohne Verantwortung zu tragen
Wenn wir Lebensraum zerstören
Und jedes Tier getötet haben
Wenn wir Atommüll deponieren
Und die Eiskappen sinken
Wenn wir die Erde ruinieren
Und selbst die Eisbären ertrinken
Vielleicht kommt dann dieser Tag,
Der dir zeigt, wer du bist
Dass selbst du nicht Gott sein kannst
Und selbst Geld nicht essbar ist

Was nützt es einem,
Im Geld zu schwimmen?
Glück kann man weder kaufen
Noch im Lotto gewinnen
Was nützt es einem
Intelligent zu sein?
Freunde kann man sich nicht denken
Man wär’ trotzdem allein
Und was nützt es einem
Macht zu bekommen?
Gesundheit kann man nicht erzwingen
Sie wird höchstens genommen
Es gibt keinen,
Der sich nicht wünscht,
Ein Anderer zu sein
Auch der Reichste, Schönste, Klügste
Fühlt sich sooft allein
weil jeder glaubt,
Dass das Leid woanders ist,
Dass es immer die anderen,
Nur einen selbst nie trifft
Macht jeder nur noch sein eigenes Ding
Denkt es geht ihn nichts an
Denkt es hat keinen Sinn
Denn allein ist jeder machtlos
Gegen all die Gewalt
Die durch jeden einsamen Bahnhof
Jede belebte Straße hallt
Aber niemand soll sein Leben nutzlos vergeuden
Kann etwas bewirken
Kann etwas bedeuten
Kann etwas ändern
Ohne Gewalt und ohne Waffen
Kann etwas tun,
Um Frieden zu schaffen
Also sitz nicht bloß hier rum,
Sondern mach was draus!
Aus deinem Leben
Kommst du eh nie lebend raus

Ich weiß jetzt,
Was der Sinn des Lebens ist
Ich kann dir nur sagen,
Es gibt ihn nicht
Du allein kannst deinem Leben Inhalt schenken
Lerne, mit den Köpfen andrer zu denken
Lerne, mit den Augen andrer zu seh’n
Nur dann, kannst du rechte Wege geh’n
Genieße dieses Leben
Denn ich weiß
Du würdest darum weinen
Es gibt keine zweite Chance
Also greife nach der Einen!
Denke immer dran:
Ein Nehmen heißt auch Geben
Der Respekt vor den Anderen
Ist das Wichtigste im Leben
Denn ein Leben ohne Liebe
Ist viel schlimmer als Sterben…

© 2009 by Bäuml, Stefanie

Der Sinn des Lebens - Lesermeinungen

Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Bäuml, Stefanie hinterlassen.

orimderblaue Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Hallo Stefanie,

leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.

Freundlicher Gruß,
Christian

Geschrieben am 13.12.2009 um 19:08 Uhr

janis Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Oha ich bin beeindruckt, ja ich glaub dir gern das die Muse dich da geknuddelt hat ;)

Sehr lang ist es, schade dass du es nicht etwas kürzer auf den Punkt bringst, aber du schaffst es ja dennoch dieses lange Gedicht so zu schreiben dass man es schön flüssig lesen kann ;)
Die Reime sind in der Tat sehr schön ungezwungen gesetzt, ich hasse erzwungene reime ;), Manchmal fand ich den text oberflächlich, so nachgelabbert, manchmal aber auch wunderbar tiefgreifend. Das Ende mag ich aber komplett nicht, so kitshcig idealisiert wieder und mir fehlt der Bezug zu der Krankheit der menschlichen Gesellschaft :)
Du kratzt an vielen Themen über die man viele Gedichte schreiben könnte an, aber es geht nirgends so richtig tief, bsp. die Soldaten ;)
Aber dennoch sehr gelungen, eins meiner Lieblinge ;)


Geschrieben am 29.10.2009 um 16:54 Uhr

Jeni Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Hey, ich finde dein Gedicht echt gut. Erst sachte ich "Huups, dass ist aber ein bissel lang" ^^... aner jetzt wo ich es gelsen habe... Mann... die Reime fließen nur so dahin... an manchen Stellen waren ganz, ganz kleine Holperstellen, aber im Nachhinein, kann ich die noch nicht einmal benennen, so klein waren die :D
Den Inhalt find ich auch gut... ich würde sagen, ich finde alles gut ^^ Außer die Stropheneinteilung... ich hätte an manchen Stellen einen Absatz gemahct, wo du keinen gemacht hast, aber das ist nciht wieter schlimm, das ist ja Autoren sache :)

naja, auf jeden Fall, hat dein Gedicht mir wirklich gut gefallen :)

Geschrieben am 16.10.2009 um 15:04 Uhr

Zeenat Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Also das Gedicht ist auf jeden Fall sehr gelungen!
Fast wie eine lange Geschichte in Reimform, wobei alles zusammenzupassen scheint.
Bei der zweiten Strophe aber, gibt es Stellen, die mir nicht so gut gefallen haben.
Super finde ich aber, dass das GEdicht eine unerwartete Wedung nimmt.

Geschrieben am 13.10.2009 um 16:51 Uhr

Lara Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Irre. Du reimst so selbstverständlich, dass man die Reime kaum noch bemerkt. Ungezwungen und so, als müsste es einfach so sein, sehr toll!
Man kann dein Gedicht so runter lesen, es hat Rhythmus und Klang, fast eine Melodie. Ich mag zwar keine Raps, aber ich könnte mir den text gut als solchen vorstellen, oder als Lied, so schön poetisch und aussagekräftig :)
Du erläuterst den gedankenweg gut und die Argumente für die Endaussage (es gibt keinen Sinn) sind auch gut. Dennoch ist es kein mutloses Ende, sondern einsc hönes, aufbauendes. Das gefällt mir sehr sehr gut!


Geschrieben am 12.10.2009 um 18:43 Uhr

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Teilnehmerdaten

Name

Bäuml, Stefanie (17)

Wettbewerbsjahr

2009

Platzierung

Die Leser wählten diesen Beitrag auf den Platz 7.

Kurzbiografie

Ich heiße Stefanie, bin 17 jahre alt und gehe zur Zeit aufs Gymnasium. Ich schreibe und zeichne schon seit ich denken kann. Es gibt meiner Meinung nach keinen besseren Weg, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mit 14 habe ich mein erstes Gedicht geschrieben. Das ist auch das, das ich hier veröffentlicht habe. Die Zeilen sind mir damals schneller zugeflogen, als ich mitschreiben konnte. Das nennt man dann wohl einen Musenkuss =)
Seitdem weiß ich, dass ich einmal Autorin werden möchte.

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