Samantha's Abschied

Ein leichter Lichtschein weckte sie. Langsam öffnete sie ihre schweren Lider.
Konnte sie ihren Augen trauen oder war es nur der letzte Rest ihres Traumes? Nein, das konnte kein Traum mehr sein, sie war hellwach.
Samantha stand mit eine leichten, traurigen Lächeln an ihrem Bett, von einem hellen Schein umgeben.
?Ich muss gehen.? waren ihre einzigen Worte.
?Samantha, was machst du hier? Und wieso schaust du so betrübt? Wohin musst du gehen??
?Ronja, ich muss gehen.?

Plötzlich veränderte sich Ronja's Umgebung. Statt der Stille ihres Zimmers hörte sie das leise, immerwährende Rauschen des Meeres. Eine leichte Brise verursachte eine Gänsehaut auf ihren nackten Armen und Beinen, weil sie barfuß in meinem Pyjama hier stand.
Suchend blickte sie um sich. Samantha war nirgends zu sehen.
Wieso war sie hier?
Wie kam sie hierher?
Träumte sie nicht vielleicht doch?
Auf einmal entdeckte sie ihre Freundin. Sie stand, das rote Haar und das bodenlange, weiße Kleid im Wind aufgebauscht flatternd, am oberen Rande der Klippe. Ronja befand sich unten im Sand, zwischen den großen, spitz gezackten Felsen, die hier aus Boden und Meer ragten.
Sie kannte diese Stelle nur zu gut. Samantha und sie hatten hier oft ganze Nachmittage verbracht. Um zu reden, zu lachen, aber auch zu schweigen. Es war einer der schönsten Orte, die sie kannte. Mit ihm verband sie Dutzende Erinnerungen.
?Ich muss gehen.? Samantha riss sie aus ihren Gedanken. Sie stand noch immer auf der Klippe. Ronja wusste nicht, was sie vorhatte.
?Samantha, was willst du hier? Wie bin ich hierher gekommen? Sag es mir doch!? Ronja war den Tränen nahe.
Gerade, als sie noch einmal fragen wollte, was sie tat, stieß Samantha sich ab und fiel, in das weiche Licht des Vollmondes gehüllt, in die Tiefe ?
Kurz bevor sie die kalten Fluten erreichte, lag Ronja wieder in ihrem Bett, in ihrem Zimmer, im Haus ihrer Eltern.

Am nächsten Morgen erfuhr sie, dass Samantha sich umgebracht hatte. Sie war von einer Klippe gesprungen und hatte ihr einen Abschiedsbrief hinterlassen:

[i]Ronja,

ich weiß genau, dass du jetzt denkst, du kannst nicht mehr leben. Aber tu mir den Gefallen und koste deine Zeit auf Erden aus. Meine war viel zu kurz.
Nachdem ich diese ständigen Kopfschmerzen hatte, ging ich zum Arzt. Der schickte mich ins Krankenhaus, ohne es zu begründen. Die Ärzte in der Klinik diagnostizierten nach einigen Untersuchungen einen Hirntumor. Er war schon zu weit fortgeschritten, um ihn zu entfernen. Ich habe niemandem etwas gesagt. Du bist die erste, die davon erfährt. Erkläre es bitte allen.
Mir erschien es besser, freiwillig zu gehen, als von irgendetwas getötet zu werden.
Ich werde dich nie vergessen und im Himmel auf dich warten. Wir werden weiter durch dick und dünn gehen, auch wenn ich nicht mehr auf der Erde bin. In deinem Herzen werde ich jedoch immer weiterleben, das weiß ich.
Bitte, ich flehe dich an, versuche nicht, dich auch umzubringen. Eine von uns beiden muss die Stellung halten ;-)
Mach das Beste aus deinem restlichen Leben, du hast noch alles vor dir. Verwirkliche deine Träume, habe deinen Spaß. Und trauere mir nicht zu lange nach. Das ist mein letzter Wunsch, bitte erfülle ihn.

In Liebe,
deine Samantha[/i]

© 2009 by Melanie Ocvirk

Samantha's Abschied - Lesermeinungen

Folgende Kommentare haben die Leser für diesen Text von Melanie Ocvirk hinterlassen.

orimderblaue Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Hallo Melanie,

leider habe ich zu lange mit den Bewertungen gewartet, daher schicke ich sie heute ohne Kommentare ein. Ausführliche Kritiken folgen noch.

Ich bedanke mich auf jeden Fall bei allen Beteiligten. Es brachte mir einige, angenehme Abende ein, bereichert durch interessanten Lesestoff.

Freundlicher Gruß,
Christian

Geschrieben am 13.12.2009 um 22:06 Uhr

Sari Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Ein schöner Text und eine interessante, wenngleich auch traurige Idee.
Allerdings würde auch ich vorschlagen, mehr Gefühle einzubauen. Außerdem sind die Fragezeichen ein wenig verwirrend ;)
Ansonsten gut gelungen!

Geschrieben am 17.11.2009 um 19:08 Uhr

Diana Schierreich Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Am Anfang dachte ich gleich: was soll das mit den Fragezeichen immer? Das hat mich sehr verwirrt. =) Als Ronja träumt, sieht sie Samantha. Wohl als Engel? Sehr schön.^^ Das gefiel mir. Auch der Ort, den sie kannte und der Abschiedsbrief. Das passt alles gut rein und kommt sehr magisch rüber. Auf mich wirkte die Geschichte eher nicht so traurig. Mehr hoffnungsvoll und ...träumerisch. ;D In einem Punkt gebe ich auch Janis recht, der sagte, dass Bilder und so was fehlen. Du hättest deine Erzählung auch noch etwas ausschmücken können, also mehr umschreiben und so. Aber ansonsten eigentlich ganz schön. ^^

LG



Geschrieben am 16.11.2009 um 15:19 Uhr

janis Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

JA etwas unrealistisch, aber der traum ist schön, obwohl ich in unheimlich finde :D
du könntest etwas mehr gefühl und Bilder in die Geschichte bringen, das wäre sehr schön, denn von der Hauptperson spürt man keine Trauer.


Geschrieben am 31.10.2009 um 16:39 Uhr

Birgit Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Deine Geschichte ist sehr sehr traurig.

Auch ich hatte schon einmal so einen Traum, es ging dabei zwar "nur" um mein Haustier, aber das Ergebnis war das Gleiche ... Aber ich denke es war mehr eine Vision ...

Und ich wüsste nicht was ich täte wenn ich so eine Diagnose erfahren würde.
Ich kann nicht sagen ob ich es auch wie Samantha tun würde oder nicht ... Ich glaube das kann keiner sagen ....





Geschrieben am 13.10.2009 um 08:50 Uhr

chaosqueen13 Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Eine eigenartiger Traum, aber wer von uns hat noch keinen merkwürdigen Traum erlebt. Mir gefällt die Geschichte, zwar traurig, trotzdem rührend und schön. Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt. Gefällt mir :-))




Geschrieben am 12.10.2009 um 21:29 Uhr

Lara Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Traurige Geschichte, und wenn ich die Idee auch ganz nett finde, sehr unrealistisch.
Dass jemand eine Vision oder einen Traum hat, der sich bewahrheitet, nun, das kann man sicher lange umstreiten und so realistisch muss eine Geschihcte ja nicht sein. Man weiß ja auch nicht in wie weit sich die Story die sie zusammen geträumt hat bewahrheitet hat, wie sie sich umgebracht hat etc.
Aber dass sich ein Mädchen in dem Alter (sie klingen ja noch sehr jung und wohnen zumindest noch bei den Eltern) umbringt ohne mit jemandem darüber zu reden halte ich für unwahrscheinlich. Wenn man jung ist ist man doch voller Hoffnung und es ging ihr ja noch recht gut, es ist keinem aufgefallen. Wenn sie im Krankenahus war, kann Ronja auch nicht die erste sein, die es erfährt.
Und welche Freundin denkt bitte, dass sich die Freundin auch umbringen würde, nur weil sie es tut? Das ist doch absurd...

Genug der negativen Kritik. Ich finde die mischung aus Traum, Realität und Abschiedsbrief sehr gelungen und deinen Schreibst mag ich.
Ist einfach ein tragisches Thema was sicher keine schönen Träume hervorruft.

Geschrieben am 12.10.2009 um 21:08 Uhr

Tina Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Ich finde die Geschichte total traurig. Allerdings kann ich Samanta verstehen, denn ích würde wohl auch Selbstmord begehen, wenn ich unheilbar krank bin.

Geschrieben am 12.10.2009 um 19:35 Uhr

Mönchen Idee   Rechtschreibung   Grammatik   Umsetzung   Aufbau    

Eine wirklich sehr tolle, berührende Geschichte, die unter die Haut geht und nicht an Wert verliert. Richtig schön!

Geschrieben am 12.10.2009 um 19:28 Uhr

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Teilnehmerdaten

Name

Melanie Ocvirk (14)

Wettbewerbsjahr

2009

Platzierung

Die Leser wählten diesen Beitrag auf den Platz 24.

Kurzbiografie

Melanie Ocvirk, geboren am 14. Mai 1995 in Wörgl/Österreich und besucht zurzeit die 8. Schulstufe. Momentan lebt sie mit ihren Eltern und Haustieren in Tirol. Vor etwa 3 Jahren begann sie mit ihrer ersten Kurzgeschichte und gewann in einem Rezensionen-Wettbewerb.

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